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Hochsensibilität
 

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„Wenn Reize intensiver verarbeitet werden, können sowohl Herausforderungen als auch besondere Stärken entstehen.“

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Jeder Mensch nimmt seine Umwelt unterschiedlich wahr, doch manche empfinden Reize intensiver als andere. Hochsensible Menschen reagieren besonders empfindlich auf ihre Umgebung, Emotionen und soziale Interaktionen. Diese ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit bringt sowohl Herausforderungen als auch Stärken mit sich. Hochsensibilität ist keine Erkrankung, sondern eine angeborene Eigenschaft, die das Erleben und Verhalten beeinflusst. Ein bewusster Umgang damit kann helfen, das eigene Potenzial zu entfalten und mit den Herausforderungen besser umzugehen.

Hochsensibilität -

​wenn...

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  • ... Sie Stimmungen anderer Menschen sofort spüren auch wenn sie nichts sagen.

  • ... Sie viele Details wahrnehmen, die anderen entgehen.

  • ... Sie sehr gewissenhaft sind und hohe Ansprüche an sich selbst stellen.

  • ... Sie Reize wie laute Geräusche oder helles Licht schnell als unangenehm empfinden.

  • ... Sie Stress oder Zeitdruck schneller erschöpft als andere.

  • ... Sie oft Zeit allein brauchen, um sich von intensiven Eindrücken zu erholen.

  • ... Sie schnell von chaotischen oder unstrukturierten Umgebungen überfordert sind.

  • ... Sie nach sozialem Kontakt Erholungszeit benötigen, selbst wenn er schön war.

  • ... Sie Gefühle wie Trauer und Wut, aber auch Freude sehr intensiv wahrnehmen.

  • ... Sie tiefe Freude und Glück aus kleinen Dingen schöpfen können.

Was ist
Hochsensibilität?

 

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das sich durch eine besonders intensive Verarbeitung von Reizen auszeichnet.

Der Begriff wurde von der Psychologin Elaine Aron geprägt, die erkannte, dass etwa 15 bis 20 % der Menschen hochsensibel sind.

 

Hochsensible Personen (Highly Sensitive Person, HSP) haben ein empfindsameres Nervensystem, wodurch sie Umgebungsreize, Emotionen und Stimmungen stärker wahrnehmen und tiefer verarbeiten als andere.

Merkmale von
Hochsensibilität:

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Menschen mit Hochsensibilität zeigen häufig folgende Eigenschaften:​

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✔ Tiefgehende Informationsverarbeitung: Sie denken viel nach und reflektieren intensiv.
✔ Empfindlichkeit gegenüber Reizen: Licht, Geräusche, Gerüche oder Berührungen werden stärker wahrgenommen.
✔ Hohes Empathieverständnis: Sie nehmen Emotionen anderer intensiv wahr und können sich gut in andere hineinversetzen.
✔ Schnelle Reizüberflutung: Viele Eindrücke auf einmal können zu Stress führen.
✔ Starke Intuition: Sie spüren oft intuitiv, was in einer Situation vor sich geht.
✔ Tiefgehende Emotionen: Freude, Trauer oder Mitgefühl werden sehr intensiv erlebt.

Hochsensibilität ist keine 
Erkrankung.

 

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Oft wird Hochsensibilität mit psychischen Erkrankungen verwechselt oder als Schwäche missverstanden.

 

Doch sie ist weder eine Störung noch eine Diagnose, sondern eine neurologische Besonderheit. Hochsensible Menschen sind nicht "zu empfindlich" oder "dünnheutig", sondern verarbeiten Sinneseindrücke und Emotionen schlichtweg intensiver.

Herausforderungen von Hochsensibilität:

 

​  Auch wenn Hochsensibilität viele Stärken mit sich bringt, kann sie auch    belastend sein:

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  • Erschöpfung: Durch die ständige Reizverarbeitung fühlen sich Hochsensible oft schneller ausgebrannt.

  • Probleme in sozialen Situationen: Sie können sich von großer Geselligkeit oder Konflikten schnell überwältigt fühlen.

  • Perfektionismus und Selbstkritik: Sie setzen sich oft unter Druck, alles "richtig" zu machen.

  • Schwierigkeiten mit Abgrenzung: Sie nehmen Stimmungen anderer stark auf und haben oft Probleme, sich zu distanzieren.

Stärken
von Hochsensibilität:

 

​ Neben den Herausforderungen bringt Hochsensibilität wertvolle       Stärken mit sich:

 

  • Hohe Kreativität: Viele Hochsensible sind besonders kreativ und haben ein ausgeprägtes künstlerisches Talent.

  • Tiefes Verständnis für andere: Ihre ausgeprägte Empathie macht sie zu guten Zuhörern und verständnisvollen Mitmenschen.

  • Starke Intuition: Sie erkennen Zusammenhänge oft schneller als andere.

  • Gespür für Feinheiten: Sie bemerken Details, die anderen entgehen.

Wie kann mir Psychotherapie bei Hochsensibilität helfen?

Ein bewusster Umgang mit Hochsensibilität kann das Leben erleichtern und die eigenen Ressourcen stärken.

Psychotherapie kann helfen, ein besseres Verständnis für die eigene Sensibilität zu entwickeln und Strategien zu finden, um damit gesund umzugehen.

 

Dabei stehen folgende Aspekte im Fokus:

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  • Strategien zur Reizregulation entwickeln: Techniken zur Stressbewältigung und Achtsamkeit können helfen, sich vor Reizüberflutung zu schützen und eine innere Balance zu finden.

  • Eigene Bedürfnisse erkennen und kommunizieren: Hochsensible Menschen profitieren davon, ihre Grenzen klarer zu setzen und für sich selbst einzustehen, um Überforderung zu vermeiden.

  • Ressourcen aus dem sozialen Umfeld nutzen: Die systemische Therapie betrachtet nicht nur das Individuum, sondern auch dessen Beziehungen. Ein unterstützendes Umfeld kann helfen, Hochsensibilität als Stärke zu begreifen.

  • Selbstfürsorge und Abgrenzung lernen: Hochsensible neigen dazu, sich stark in andere einzufühlen. Therapie kann helfen, gesunde Abgrenzung zu üben und sich selbst mehr Raum zu geben.

  • Die eigenen Stärken bewusst nutzen: Hochsensibilität bringt viele positive Eigenschaften mit sich. In der Therapie geht es darum, diese Potenziale zu erkennen und gezielt für ein erfülltes Leben einzusetzen.

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Hochsensibilität ist eine wertvolle Eigenschaft, die – richtig verstanden – ein großer Vorteil sein kann. In der Therapie geht es nicht darum, Sensibilität zu reduzieren, sondern einen konstruktiven Umgang damit zu finden, der den eigenen Bedürfnissen gerecht wird. Durch die Stärkung persönlicher und systemischer Ressourcen kann ein ausgeglichener und zufriedener Alltag geschaffen werden.

Mag. Lisa Billisich -

Psychotherapeutin für Hochsensibilität

Hochsensibilität ist mehr als nur eine besondere Wahrnehmung – sie ist eine wertvolle Fähigkeit, die richtig genutzt zu einer großen innerer Stärke werden kann!

 

Als Psychotherapeutin ist es mir ein Herzensangelegenheit, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Sensibilität nicht als Belastung, sondern als Kraftquelle zu begreifen.

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Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd es sein kann, mit intensiven Reizen, tiefen Emotionen und einem starken Einfühlungsvermögen umzugehen. Doch ich weiß auch, wie viel Positives darin steckt: Kreativität, Empathie und eine feine Wahrnehmung für Nuancen. 

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Gemeinsam finden wir Wege, um Hochsensibilität nicht mehr als ständigen Leidensdruck zu erleben, sondern als Ressource zu nutzen. In der systemischen Therapie arbeiten wir daran, individuelle Stärken zu erkennen, innere und äußere Ressourcen zu aktivieren und gesunde Strategien für den Alltag zu entwickeln.

 

Sensibilität ist keine Schwäche – sie kann eine Superkraft sein, wenn man lernt, mit ihr zu leben.

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